Development Team – ein Konzept geht auf

Als Coach Gilligan vor zwei Jahren das Heft in Ravensburg in die Hand nahm, hatte er einen klaren Plan. 2015 hatte er als Defense Coordinator bei den Razorbacks begonnen und in seinem ersten Jahr den europäischen Football, die Spieler in Ravensburg und die gesamte Organisation der Razorbacks kennengelernt. Diese hatten sich im Jahr zuvor entschieden, freiwillig in die Regionalliga abzusteigen, um sich neu sortieren zu können. Klares Ziel war hierbei, sich als GFL2 Spitzenmannschaft zu etablieren und perspektivisch den Sprung in die GFL 1 zu wagen.

Dieser Vision sollte Coach Gilligan sportlich das notwendige Konzept geben und die Oberschwaben so auf das nächste Level bringen. Hierzu stellte Gilligan bei Amtsantritt seine Idee von Football in Ravensburg vor und machte klar, dass die Erwartungen an die Spieler deutlich steigen würden. Ein straffer Offseason-Trainingsplan sollte eingeführt werden. Außerdem werde er an Spieltagen nur 34-35 Spieler aufstellen. „Man muss sich das Recht verdienen das Jersey zu tragen“ so Gilligan zu den Spielern, die es zuvor gewohnt waren mit ca. 45-50 Spielern an einem Spieltag anzutreten. Mit dem neuen Konzept sahen sich die Spieler also einem knallharten Konkurrenzkampf um die Einsatzzeiten konfrontiert, was vor allem für die Neueinsteiger ein scheinbar unüberwindbares Hindernis darstellte.

Wie sollte man so die für Football so wichtige Erfahrung sammeln und wie neue Spieler integrieren? Aber der neue Headcoach hatte auch hierfür eine klare Idee. Ab sofort sollte es eine zweite Mannschaft geben. Das sogenannte Development Team. Dieses sollte allen Neueinsteigern, aufrückenden Jugendspielern und Spielern mit Entwicklungsbedarf die Möglichkeit geben zu lernen und sich zu entwickeln. In den Trainingseinheiten des Development Teams sollten explizit Zeiten für Erklärungen und Basistechniken eingeplant werden, welche im Training des GFL Teams vorausgesetzt wurden. Dadurch wollte Coach Gilligan mehr Spieler für die Razorbacks gewinnen und zu Footballspielern formen, um nachhaltig die benötigte Kadertiefe zu entwickeln.

Und nur zwei Jahre später konnte man schon die ersten Früchte dieses Konzepts ernten. Die Razorbacks sind Meister der GFL2 2018. Dieser Erfolg wäre ohne das Development Team schlicht nicht möglich gewesen. Schon vor der Saison war klar, dass es in der Offensive Line nach Abgängen von drei Stammspielern Veränderungen geben musste. Mit Tobias Buchmüller und Thorsten Weggenmann konnten Spieler integriert werden, welche ihren ersten Schritte im Development Team gemacht hatten. Nach den Ausfällen von einigen Receivern in den ersten Spielen der GFL2 Saison wurden mit Alexander Niess und Tarek Abouemara zwei weitere Spieler aus dem Development Team in den GFL Kader berufen. Wie gut das funktionieren kann, zeigt das Ergebnis der Saison. Die Ravensburger Offensive war trotz oder gerade wegen der vier gut ausgebildeten Spieler die gefährlichste der Liga.
Aber auch die Defensive konnte auf das Development Team zurückgreifen. Mit Pètrick Blank und Elias Eisele wurden auch hier zwei Eigengewächse integriert und so die Kadertiefe und damit die Flexibilität der Ravensburger Verteidigungsreihen vergrößert.

Dass das Development Team aber nicht nur als Trainingsteam und Spielerpool für das GFL Team dient, sieht man am Ergebnis der Saison 2018 in der Bezirksliga. Mit Platz 3 mussten sich die Razorbacks hier nur der zweiten Mannschaft des amtierenden deutschen Meisters Schwäbisch Hall Unicorns und den Mannheim Bandits, die 2016 noch in der GFL1 spielten, unterordnen.

Insgesamt kann man somit schon nach zwei Jahren sagen, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist und die Razorbacks ihn deshalb auch unter einem neuen Headcoach weiterführen werden. Hierzu veranstalten sie am 20.10.2018 ein Tryout für alle, die auch Lust haben ihr Talent bei den Razorbacks zu beweisen und eventuell der nächste Champion zu werden.

Infos zu den Tryouts findet ihr hier: http://ravensburg-razorbacks.de/razorbacks-veranstalten-zwei-tryouts/

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)

Razorbacks veranstalten zwei Tryouts

+++Werde Teil des Teams der American Footballer aus dem Schussental+++

Du bist sportverrückt und wolltest schon immer mal was neues ausprobieren? Dann komm zu uns zum Probetraining!
Dabei ist es vollkommen egal, ob du: dick, dünn, schnell, langsam, klein oder groß bist – im American Football gibt’s für jeden die richtige Position.

Für die unter euch, die sich selbst eher zur Kategorie “Schwere Jungs“ zählen, startet das Probetraining bereits 09.30 Uhr im WAREHOUSE (weitere Infos unter: American Football Probetraining Warehouse-Ravensburg Razorbacks)

Für alle anderen ist Start 13:30Uhr auf dem TSB Kunstrasen (Brühl 36 – 88212 Ravensburg).

Solltet ihr noch Fragen haben, so dürft ihr diese gern in der Veranstaltung posten. Oder ihr schickt uns eine Mail an coaches@ravensburg-razorbacks.de

Bring einfach Sportkleidung und Schuhe für den Kunstrasenplatz mit und probier es aus!

Bälle und weitere Ausrüstung stellen wir – solltest du bereits aktiv gespielt haben, darfst du selbstverständlich auch deine eigene Ausrüstung mitbringen.

Und wer weiß – vielleicht bist auch du bald Teil der Razorbacks!

ONE TEAM – ONE TARGET – WE ARE RAZORBACKS

Ravensburger Allzweckwaffe wird Headcoach in Belgien

Nach dem Relegations Rückspiel gegen die Stuttgart Scorpions mussten die Ravensburg Razorbacks mit Sascha Brändle einen zweiten Coach verabschieden. Im Gegensatz zu Coach Gilligan, der sich nächstes Jahr mehr seiner Familie widmen möchte, wechselt Brändle zu den Antwerp Argonauts und übernimmt die Position des Headcoach der Belgier.

Mit dem 26-jährigen verlieren die Razorbacks nicht nur ihren Defense Coordinator, sondern auch einen wichtigen Spieler. Brändle, der mit 14 Jahren in der Jugendmannschaft der Razorbacks seine Karriere begann, wurde mehrfach in Auswahlmannschaften berufen und 2011 als bester Linebacker beim Jugend-Länderturnier ausgezeichnet. Außer bei den Ravensburgern spielte er während eines Austauschjahrs an der Reardan-Edwall High School.

Nach seiner Rückkehr nach Ravensburg wurde er Spielertrainer in der ersten Mannschaft der Oberschwaben. Seitdem gehört er zum Trainerstab des GFL Teams und verantwortete 2018 als Defense Coordinator die Verteidigung des Meisters der GFL2.

Der Spieler Sascha Brändle zeigte dieses Jahr ein weiteres Mal seine Vielseitigkeit. Neben der Position als Linebacker war er als Punter auf dem Feld und nach dem Ausfall von Malik Norman zudem als Running Back im Einsatz, wo er sogar einen Touchdown erzielen konnte.

Trotz all der Erfolge war es schon länger das erklärte Ziel von Brändle, auch im Ausland Erfahrungen als Coach zu sammeln, so sein Footballwissen zu erweitern und sich darüber hinaus persönlich weiterzuentwickeln. Durch das Angebot der Argonauts bietet sich für Brändle nun die Möglichkeit diesen Schritt zu gehen und sogar als Headcoach die komplette Verantwortung für ein Team zu übernehmen.

„Natürlich wird uns Sascha fehlen“ so Abteilungsleiter Frank Kienzle über den Wechsel „aber wir wünschen ihm alles Gute und vielleicht bekommen wir in Zukunft mit Sascha einen erfahrenen Ravensburger Headcoach zurück nach Oberschwaben“.

Trotz des herben Verlusts sind die Razorbacks stolz auf ihr Eigengewächs und wünschen Sascha viel Erfolg als Headcoach bei den Argonauts.

Coach Gilligan verlässt die Razorbacks

Nach drei Jahren bei den Razorbacks und zwei Jahren als deren Headcoach hat Coach John Gilligan darum gebeten, seine Aufgaben in Ravensburg abgeben zu dürfen.
Direkt nach der Krönung seiner Arbeit in Oberschwaben mit der Meisterschaft in der GFL2 suchte er hierzu das Gespräch mit Abteilungsleiter Frank Kienzle. Coach Gilligan wollte nicht den Eindruck erwecken, seine Entscheidung würde mit dem möglichen Aufstieg in die GFL1 zusammenhängen.

Vielmehr ist Gilligan inzwischen Großvater geworden, was die langen Aufenthalte in Deutschland für ihn sehr schwer machte. Er habe einfach inzwischen zu viele Geburtstage seiner Kinder und Enkel verpasst und wolle sich wieder mehr seiner Familie widmen.

Schweren Herzens akzeptieren die Razorbacks den Wunsch ihres Erfolgscoachs und danken John Gilligan für seine erfolgreiche Arbeit in Ravensburg. Neben der Meisterschaft in der GFL2 hat John Gilligan das gesamte Footballprogramm der Razorbacks weiterentwickelt und wurde in den letzten Jahren ein Aushängeschild des Footballs in Oberschwaben.

Aktuell befindet sich die sportliche Leitung um Oliver Billstein mit möglichen Nachfolgern von Coach Gilligan in intensiven Gesprächen, so dass möglichst noch 2018 ein neuer Headcoach der Razorbacks präsentiert werden kann.

 

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)

Razorbacks verlieren ersten Relegationsspiel deutlich

Die Ravensburg Razorbacks müssen sich auf eine weitere Saison in der German Football League 2 Süd einstellen. So viel steht schon nach dem Relegationshinspiel fest. Beim Tabellenletzten der GFL Süd, den Stuttgart Scorpions, sah es in der ersten Halbzeit ganz schlecht aus. Nach der Pause betrieben die Razorbacks immerhin noch etwas Schadensbegrenzung. Doch die Ausgangsposition nach der 34:72-Niederlage ist fürs Rückspiel dürftig. Und auch personell gab es Nackenschläge.

Ravensburg war im Gazi-Stadion am Stuttgarter Fernsehturm in der ersten Halbzeit absolut chancenlos. Teilweise hatten die Razorbacks den Scorpions vor knapp 2000 Zuschauern so gut wie nichts entgegenzusetzen. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen fehlte den American Footballern des TSB Ravensburg in Malik Norman der beste Offensivspieler. Der US-amerikanische Running Back ist wegen einer Knieverletzung in die Heimat zurückgeflogen. Dazu verletzten sich im Verlaufe der ersten Halbzeit auch noch Jevonte Alexander, Topverteidiger und ebenfalls starker Running Back, sowie Quarterback Garrett Dellechiaie. Das konnte Ravensburg nicht kompensieren.

Zum anderen zeigten die Stuttgarter im „wichtigsten Spiel für uns seit 20 Jahren“, wie es der Stadionsprecher nannte, die wohl beste Saisonleistung. Quarterback Michael Eubank fand quasi in jedem Angriff seine Receiver – teils auch in höchster Bedrängnis. Ravensburgs Verteidiger David Martin und Christian Steffani sahen im ersten Viertel kein Land gegen Fabian Weigel und Richard Samuel. Schon nach den ersten zwölf Minuten stand es 0:21. Im zweiten Viertel wurde es nicht besser. Ravensburg kam kaum einmal in drei Versuchen zehn Yards weit und musste den Ball immer wieder ganz schnell abgeben. „Offensiv und defensiv haben wir nicht ins Spiel gefunden“, haderte Cheftrainer John Gilligan.

Eubank, 2,07 Meter groß und 130 Kilogramm schwer, führte seine Offensive dagegen in schöner Regelmäßigkeit in die Endzone. Dazu leistete sich Dellechiaie gegen Hans Stecher auch noch eine Interception, die ebenfalls mit einem Touchdown bestraft wurde. Giacomo de Pauli erhöhte auf 34:0, ehe sogar ein Onside-Kick, also ein kurz ausgeführter Kick der Stuttgarter, erfolgreich war. „Stuttgart war bereit, wir nicht“, musste Gilligan anerkennen.

Die Scorpions führten die Razorbacks teilweise fast vor. So eine Dominanz des Gegners haben die Footballer des TSB und deren Fans lange nicht mehr erlebt. Vor zwei Jahren gingen die Razorbacks gegen Ingolstadt und Kirchdorf ähnlich hoch unter. Das 47:0 zur Halbzeit war absolut verdient für die Scorpions. Es war ein Debakel für Ravensburg. Die Razorbacks mussten und wollten jetzt versuchen, es zumindest einigermaßen im Rahmen zu halten. Der Start war ein kleiner Hoffnungsschimmer. Stuttgart war noch nicht richtig auf dem Feld, da fand Dellechiaie mit einem Pass Michael Mayer, der über 30 Yards in die Endzone lief. Sascha Brändle traf den Extrakick zum 7:47. Diese kleine Nachlässigkeit konnten sich die Scorpions aber locker leisten.

Fast schon locker leicht lief Jakob Johnson in die Ravensburger Endzone zum 53:7. Gut 50 Razorbacks-Fans neben der Haupttribüne trommelten und klatschten unbeirrt weiter – sie unterstützten ihre Mannschaft auch in dieser aussichtslosen Situation. Dellechiaie konnte zwar kaum noch laufen, aufgeben kam aber nicht infrage. Und Mayer fand er auch so zum zweiten Touchdown und zum 14:53. Eubank verlor im folgenden Angriff den Ball, Tyler Clifton sicherte ihn sich für die Razorbacks. Stuttgart spielte unkonzentriert, hatte im Vergleich zur ersten Halbzeit jetzt total nachgelassen. Das nutzte Ravensburg – Alexander und Brändle verkürzten auf 21:53.

Ging da noch was? Nein, denn Samuel lief kurz vor Ende des dritten Viertels noch übers halbe Feld in die Endzone. Beim Stand von 60:21 vor dem letzten Viertel war die Entscheidung damit natürlich gefallen. Steffani und Andreas Lo Meo-Englbrecht auf der einen und de Pauli sowie Johnson auf der anderen erzielten noch weitere Touchdowns. Viel bitterer für die Razorbacks als die 34:72-Niederlage war aber, dass sich auch noch Alexander am rechten Bein verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Alles in allem keine guten Voraussetzungen für das Rückspiel in Weingarten am 7. Oktober. „Wir werden kämpfen“, versprach Gilligan. „Noch ist nichts verloren.“

 

Quelle: schwaebische.de

Fotos: Florian Wolf

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Um immer aktuell und ausführlich über die Ravensburg Razorbacks informiert zu sein, empfehlen wir ein Abo der Schwäbischen Zeitung. Mehr Infos hier.

Fanbus nach Stuttgart

+++Fanausfahrt zum Aufstiegsspiel gegen die Stuttgart Scorpions+++

Seid dabei und sichert euch noch heute einen Platz im Fanbus!

Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der GFL2 Süd steht uns die nächste Herausforderung im Relegationshinspiel in Stuttgart am 22.09.2018 (Kickoff 18:00Uhr) bevor. Unsere Razorbacks schreiben mit dem Meistertitel in der GFL2 Süd Geschichte und weil das noch nicht genug ist, haben wir jetzt die Chance in die GFL aufzusteigen.
Und die Football-Götter haben es gut mit uns gemeint und für ein wahrhaftes Schwaben-Derby gesorgt. Denn es geht gegen keinen geringeren als die Stuttgart Scorpions!!!

Seid am 22.09.2018 dabei und verpasst nicht die Gelegenheit, wenn es wieder heißt TOUCHDOWN RAZORBACKS.
Fans und Freunde der Ravensburg Razorbacks melden sich bei Moritz Enderle entweder über Facebook oder per Mail (moritz.enderle@ravensburg-razorbacks.de)
Abfahrtsort: TSB Ravensburg
Abfahrt: 14:15 Uhr
Kosten: 15€ p.P.
Uhrzeit Kickoff: 18:00 Uhr

Weitere Infos findet ihr hier: https://www.facebook.com/events/254620632053456/?active_tab=about

Lasst uns gemeinsam die Scorpions bezwingen und die Tür zur GFL ein Stück weiter öffnen!

Razorbacks sind GFL2 Champion

Die Ravensburg Razorbacks sind Meister der GFL2 Süd 2018. Mit einem deutlichen 70:47 Sieg gegen die Saarland Hurricanes konnten sich die Oberschwaben am vorletzten Spieltag den Titel sichern.

Auch Tage nach dem für uns historischen Erfolg sind wir noch Sprachlos und können nur Danke sagen. Danke an unseren treuen Fans die uns vor allem bei Heimspielen zu den Siegen getragen haben. Mit über 10.500 Zuschauern 2018 bei den 7 Heimspielen sind wir auch hier dieses Jahr die Spitze der GFL2.

Danke auch an unsere Sponsoren, die uns seit Jahren unterstützen und an uns glauben. Nicht nur finanziell sondern auch durch Equipment und medizinische Unterstützung habt ihr es möglicht gemacht, dass wir immer professioneller werden.

Ein besonderer Dank geht an die unzähligen ehrenamtlichen Helfer, unsere Cheerleader und unsere Jugendspieler. Es ist der Wahnsinn was ihr rund ums Team leistet und an den Spieltagen auf die Beine stellt. Ein besonderer Dank geht hierbei an Sebastian Pfeiffer (Stadionmagazin Redzone), Alexander Seyfried (Eventmanagement) und Sascha Merkel (Eventmanagement) die seit Jahren mit ihren Teams Spieltage zu wahren Events machen.

Aber genug der Danksagungen. Für euch alle haben wir hier einige Nachberichte, Interviews und Bilder von dem Meisterschaftsspiel zum genießen.

 

Nachbericht der Schäbischen: Ravensburg sind Zweitligameister

Die Highlight des Spiels: Video

Vorschau der Schwäbischen zur Relegation: Die Meisterschaft wird nur kurz gefeiert

Zusammenfassung des Spiels von Regio TV: Video

Interview des SWR mit Kapitän Sebastian Trabold: Razorbacks sind vorzeitig Meister

Bilderstory vom Südfinder: Bilderstory

Bilder vom Spiel: Shakral Photography

Fotos: Florian Wolf

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Wenn Wildschweine auf Reisen gehen

Oder: Der 29. Juli 2018 – Albershausen Crusaders vs. Ravensburg Razorbacks

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass eine Fahrt im Fan-Bus grundsätzlich in Saufgelagen und Pöbeleien ausarten. Das mag für andere Vereine, oder andere Sportarten gelten. Aber nicht für die Fans der Razorbacks. Wer das also glaubt, ist noch nie mit Wildschweinen auf große Fahrt gegangen!

Was ich gesehen habe waren der Ober-Keiler (Vorstand) mit seiner Familie, Spielermütter, Trainer mit Frau, ehrenamtliche Helfer, ganz „normale“ Fans, die teilweise mit Kind und Kegel unterwegs waren und natürlich unsere Hardcore-Fans um Moritz, der die Fahrt organisiert hat. Sprich – eine bunte Mischung aus allen Bereichen rund um „unsere“ Jungs, die Spieler und Trainer der Ravensburg Razorbacks. Jung und „Alt“, Bache oder Keiler, teils mit ihren Frischlingen, die einen Heidenspaß daran haben, bei brütender Hitze durch Fangesänge und rhythmisches Klatschen ihre Wildschwein-Meute zu noch mehr Leistung anzuheizen (und das am 29. Juli ja im wahrsten Sinne des Wortes)!
Auf der Hinfahrt war die gute Laune und die Vorfreude greifbar, es wurde geschwätzt und gelacht, das ein oder andere kühle Getränk mit und ohne Umdrehungen geschluckt und ein paar Snacks verköstigt. Am Stadion angekommen, haben ein paar erst einmal gegrillt, die anderen haben die wenigen Schattenplätze hinter dem Lager unserer Jungs in Beschlag genommen und mit Pavillons, Schirmen, Klappstühlen und Decken bestückt.

Mindestens noch mal genauso viele Wildschweine wie im Bus waren, sind selber mit dem Auto nach Albershausen gekommen und halfen mit, dass von den Crusaders-Fans nicht viel zu hören war. Die Stimmung, die an diesem mega-heissen Julitag dort herrschte, lässt sich kaum in Worte fassen. Selbst von den Spielern drehte sich das ein oder andere Mal einer um und hob den Daumen in Richtung ihrer Horde. Was mir als erstes einfällt ist ein einziges Wort: Gemeinschaft!

Nach einem 69:14-Sieg wurden die Spieler- und Trainer-Wildschweine noch ewig beklatscht und bejubelt, auf die mit Sicherheit schmerzenden Schultern und Rücken geklopft und ein strahlendes Gesicht übertrumpfte das andere.
Doch das, was mich ziemlich beeindruckt hat und weswegen ich diese Geschichte unbedingt erzählen wollte, passierte auf dem Rückweg. Wir waren alle verschwitz, müde und „satt“ von diesem gelungenen Tag. Ich denke mal, dass alle einfach nur noch nach Hause unter die Dusche und anschließend auf die Couch oder direkt ins Bett wollten. Trotzdem war von Genörgel und Gejammer keine Spur. Es war immer noch gemütlich-lustig.

Auf halber Strecke dann – es war noch extrem warm – blinkte beim Busfahrer im Cockpit die Warnleuchte für die Kühlung! Horror! Ran an den Seitenstreifen, Motor aus, nachschauen, ausprobieren, wieder Motor aus! Die Luft im Bus war zum Schneiden, wir durften nicht raus, standen ja direkt am Rand der gut befahrenen Autobahn. Kurz vorm Garkochen stieg unser Busfahrer wieder ein und fuhr langsam weiter. Aber nur bis Ulm zu einer Tankstelle!
Endlich durften wir raus, was auch ausnahmslos alle in Anspruch nahmen. Auf die Toilette oder in den Shop, Eis oder doch ein kühles Getränk kaufen. Keine Spur von Unmut. Auch hier wieder das genaue Gegenteil. Pure Gelassenheit. O-Ton Matthias: „Es hätte uns wesentlich schlimmer treffen können. Hier gibt es doch kühle Getränke!“ Ein Schulterzucken und ein genüsslicher Biss in sein Eis. Danke, Matthias, für diese schlichten aber umso aussagekräftigeren Worte, über die ich mich immer noch amüsieren könnte.

 

Nachdem feststand, dass das Wasser, das unser Busfahrer in rauen Menge in den vorgesehenen Behälter im Motorraum kippte, an irgendeiner Stelle wieder rauslief, wurde ein neuer Bus geordert. Dies bedeutete aber, dass wir mindestens noch eine Stunde dort festsaßen. Und spätestens an dieser Stelle würde man doch meinen, dass beim einen oder anderen langsam Unmut aufkommen würde. Irgendjemand muss doch jetzt mal anfangen zu meckern!

Nö, kein bisschen! Als erstes packten unsere Hardcore-Fans ihren Bier-Pong-Tisch aus und amüsierten sich prächtig. Eine kleine Gruppe machte sich auf, um einen nahegelegenen Subway-Diner aufzusuchen. Doch der Großteil dieser nicht aus der Ruhe zu bringenden Truppe wanderte einträchtig zum nächstgelegenen Biergarten, um gemütlich etwas zu trinken und ein Vesper zu sich zu nehmen! Und natürlich wurde viel geschwätzt und gelacht. Die Bus-Panne war eins der Themen, das Anlass für viel Gelächter bot.
Als dann die erlösende Nachricht kam, dass der neue Bus in Kürze da sein würde, entstand anstelle der zu erwartenden Aufbruchshektik eher der Eindruck, dass man gerne noch ein wenig zusammen gehockt hätte. Als wäre dieses Treffen im Biergarten an diesem lauen Sommerabend geplant gewesen.
Zu guter Letzt wurde dann noch für unseren Busfahrer gesammelt, der nach einhelliger Meinung am allerwenigsten etwas für den unfreiwilligen Aufenthalt in Ulm konnte. Er hat einen verdammt guten Job gemacht, auch in dieser Ausnahmesituation! Das zum Zwecke des Sammelns missbrauchte Basecap sah ziemlich gut gefüllt aus, von wegen „geiziger Schwabe“!!! Die Oberschwaben, zur Gattung der Wildschweine gehörig, sind alles andere als geizig! Und vor allem lassen sie sich durch nichts die Laune verderben!
An diesem ereignisreichen und fantastischen Sonntag im Juli habe ich endgültig begriffen, warum immer von der Razorbacks-Familie die Rede ist! Denn genau das wird bei den Wildschweinen gelebt! One Team – One Target – We Are Razorbacks

PS.: Wer also beim nächsten Angebot einer Wildschwein-Fan-Reise nicht sofort zuschlägt und sich anmeldet, dem kann ich nur sagen: Selber schuld! Der 29. Juli 2018 war zumindest in meinen Augen jeden Cent und jede Schweißperle wert! Danke für diesen herrlichen Tag!

Quelle: Tanja Wilke

 

Wochen der Wahrheit

In den nächsten zwei Wochen können die Ravensburg Razorbacks ihre bis dahin sehr gute Saisonleistung gegen die Saarland Hurricanes mit dem Meistertitel krönen. Hierzu muss der Tabellenerste aber eins der beiden Spiele gegen die auf Platz zwei stehenden Saarländer gewinnen.

Trotz der Tabellenposition gehen die Oberschwaben nicht als Favorit in die Begegnungen. Die Experten von football-aktuell.de sehen die Hurricanes mit 57% Siegwahrscheinlichkeit leicht im Vorteil und auch die nackten Zahlen sprechen für den Zweitplatzierten.
Mit 185 gegnerischen Punkten in 11 Spielen stellen die Hurricanes die mit Abstand beste Defensive der Liga und auch die Offensive landet mit insgesamt 405 Punkten auf einem guten zweiten Platz. Zudem verfügen die Saarländer auf Grund ihrer Vergangenheit in der GFL1 über deutlich mehr Erfahrung in Spitzenspielen als die Ravensburger und können außerdem auf der Schlüsselposition des Quarterbacks seit der Sommerpause wieder auf zwei sehr gute Athleten zurückgreifen. Die Razorbacks hingegen hatten schon letztes Jahr ein Spiel um die Meisterschaft gegen die Kirchdorf Wildcats. Hierbei wurden den Oberschwaben deutlich ihre Grenzen und ihre Unerfahrenheit aufgezeigt und sie verloren das Spiel 12:34.

Was den Ravensburgern Hoffnungen machen sollte, ist der bisherige Saisonverlauf. Trotz der Ausfälle von vier Receivern und einem Kicker gleich zu Beginn der Saison, konnte das Team die Pläne der Trainer umsetzen und ein verbessertes Passspiel etablieren. Wurden die Spiele der Razorbacks in den letzten Jahren vor allem durch Laufspielzüge dominiert, ist das Verhältnis von Lauf- zu Passspiel dieses Jahr ausgeglichen. Zudem konnten die Razorbacks die Vielseitigkeit ihrer Offensive ausbauen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams in der GFL2, die ein bis zwei Schlüsselspieler in der Offense haben, konnten bei den Ravensburgern schon insgesamt 12 verschiedene Spieler punkten. Außerdem stellen die Ravensburger drei Top-Scorer der gesamten GFL2.

Diese Breite im Kader können die Razorbacks zudem auch in der Defense vorweisen. So spielen in der Ravensburger Defense die drei Spieler mit den meisten Sacks in der GFL2 Süd. Einzig bei dem geschichtsträchtigen Spiel gegen die Nürnberg Rams konnte die Ravensburger Verteidigung nicht überzeugen und steht auch wegen den damals kassierten 70 Punkten nur auf Platz vier der Liga. Dennoch konnte auch dieses Spiel durch eine große Teamleistung gewonnen werden.
Eben diese Teamleistung ist der Schlüssel zum diesjährigen Erfolg der Ravensburg Razorbacks und kann, wie in der letzten NFL Saison den Philadephia Eagels, auch den Razorbacks als vermeintlichem Underdog der Liga zur Meisterschaft verhelfen.

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)