Razorbacks verpflichten neuen Trainer

Auch die Ravensburg Razorbacks bleiben nicht von negativen Einflüssen durch die Corona Pandemie verschont. Eigentlich sollte Clayton Turner schon Anfang Februar 2021 aus den USA nach Ravensburg reisen und als Offense Coordinator die Zügel für die Saison 2021 in die Hand nehmen. Leider infizierter er sich kurz vor Abflug, zunächst symptomlos, mit Covid19. Auch die daraufhin neue geplante Reise nach Deutschland Anfang März konnte er wegen weiterhin bestehende Infektion nicht antreten und leider entwickelte zudem Symptome einer Covid19 Erkrankung. Auch wenn es ihm mittlerweile langsam wieder besser geht, entschieden sich Coach Turner und die Razorbacks, den Vertrag für die Saison 2021 einvernehmlich aufzulösen.

Die nun vakante Stelle des Offense Coordinators galt es nun zügig aber dennoch passend neu zu besetzen. Auch hierbei hatte die Corona Pandemie ihren Einfluss, wenn auch dieses Mal in einer für die Ravensburger positive Art und Weise. Auf Grund der weiterhin hohen Inzidenzwerte entschied sich die französische Liga Mitte März, ihren Betrieb für 2021 einzustellen. Daraufhin wurden in Frankreich einige sehr gute Trainer kurzfristig verfügbar, so dass die Razorbacks die Chance hatten eine Top Besetzung für die freie Trainerposition zu verpflichten.

Mit Alexander – genannt “Augie” – Stevens gelang es dem sportlichen Leiter Oliver Billstein, kurzfristig einen sehr erfahrenen Trainer für die Oberschwaben zu gewinnen. Nach seiner Zeit an der Mount Vernon High School ging er an die Washington State University, wo er unter anderem als Leichtathlet als auch als Football Spieler auffiel. Unglücklicherweise beendete eine frühe Verletzung eine weitere Karriere in hochklassigen College Ligen. Nach seiner Genesung schloss Stevens sich verschiedenen Teams an und lief unter anderem als Wide Receiver als auch als Saftey auf. Zudem übernahm er in den jeweiligen Teams auch mehr und mehr Traineraufgaben. Nach insgesamt 8 Jahren als Spielertrainer wagte Stevens den Schritt nach Europa und schloss sich als Head Coach den Pribram Bobcats in der zweiten tschechischen Liga an. 2020 sollte er dann die Znojmo Knights als Headcoach in der ersten österreichischen Liga übernehmen aber auch die österreichische Saison wurde 2020 abgesagt.

2021 wird Stevens nun die Angriffsreihen der Ravensburger verantworten und wird dazu schon in den nächsten Tagen in Oberschwaben erwartet. „Augie hat in online Meetings die lokalen Coaches bereits instruiert und dabei voll überzeugt. Wir sind froh in dieser Sondersituation in ihm in der Kürze der Zeit den passenden Coach für unser Programm gefunden zu haben.“ zeigt sich Billstein erleichtert. Auch Stevens freut sich über die spontane Gelegenheit „Die Ravensburger haben mich beeindruckt. Ich habe mit vielen Teams in Europa Gespräche geführt. Aber der Prozess und das Auftreten von Coach Fandert und Oliver Billstein haben für mich einen neuen Standard gesetzt. Ich freue darauf mit dem Team in der besten Liga Europas zu coachen und bin sehr gespannt auf Ravensburg.“

Ligaverbund der GFL rückt näher

(Frankfurt a.M.) Die Vereine der German Football League (GFL) und GFL 2 sind sich einig: In Kürze soll der GFL-Ligaverbund unter dem Dach des American Football Verbandes Deutschland (AFVD) in Form eines eingetragenen Vereins gegründet werden. Am Sonntag wurde der GFL-Ligavorstand bei der Versammlung der Bundesligisten mit der Organisa-tion einer entsprechenden Gründungsversammlung beauftragt. Zuvor tauschten sich die 29 Vereine der GFL und der GFL 2 über Eckpunkte und Planungen zur bevorstehenden Saison 2021 inklusive der 15 Live-Übertragungen auf SPORT1 im Free-TV aus.

Anfang Oktober des vergangenen Jahres hatten die Bundesligisten des deutschen American-Football-Sports den GFL-Ligavorstand eingesetzt und ihm einen Auftrag erteilt: Binnen eines Jahres sollen die Grundlagen für eine Strukturänderung im AFVD geschaffen werden, die den GFL- und GFL-2-Vereinen mehr Eigen- und Mitverantwortung bei der Steuerung und Vermark-tung ihrer Ligen ermöglicht.

„Inzwischen haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagte Ligavorstand Carsten Dalkowski am Sonntag. „Wir haben einen Satzungsentwurf für den GFL-Ligaverbund erarbeitet und mit dem AFVD-Präsidium abgestimmt. Jetzt wollen wir den ersten Umsetzungsschritt, näm-lich die formale Gründung des GFL-Ligaverbundes als einen eingetragenen Verein, gehen.“
Die Abstimmung mit den Landesverbänden soll im Rahmen der nächsten Hauptausschusssit-zung des AFVD erfolgen. Danach ist die Gründung des Ligaverbundes und dessen Verankerung in den Statuten des deutschen Dachverbandes geplant. Die Details für das Zusammenspiel zwi-schen Liga und Verband sollen in einem Grundlagenvertrag definiert werden. Darin werden dann auch Regelungen zur Marke GFL und zur Vermarktung der Liga enthalten sein.

Thema bei der sonntäglichen Versammlung war auch die Spielsaison 2021, die am 5. Juni begin-nen wird. Trotz unterschiedlichster Corona-Vorgaben und Einschränkungen in den einzelnen Bundesländern und auf kommunaler Ebene werden nach aktuellem Stand alle Bundesligisten bis Ende April in der Lage sein, den Trainingsbetrieb wieder vollumfänglich aufnehmen zu können. Grundlage dafür ist die Corona-Spitzensportverordnung, die den Bundesliga-Teams einen Trai-ningsbetrieb unter Einhaltung entsprechender Hygiene- und Testkonzepte erlaubt.

Ein besonderer Fokus wird 2021 auf die mediale Präsenz der Liga gelegt. Neben dem Ausbau des Auftritts in den sozialen Medien, der bereits in den letzten Wochen angestoßen wurde, sind Entwicklungen zu neuen Standards in den GFL-Livestreams sowie Spielzusammenfassungen durch GFL-TV in Vorbereitung. Highlight des GFL-Medienauftritts werden die Live-Übertragungen von 14 Punkt- und Playoff-Spielen sowie des German Bowls auf dem Free-TV-Sender SPORT1 sein.
„Wir haben mit SPORT1 einen starken und verlässlichen TV-Partner, der die GFL schon seit der Saison 2018 begleitet“, sagt Ligavorstand Axel Streich. „Wie wir bereits im Dezember letzten Jah-res gemeldet haben, bauen wir diese Zusammenarbeit 2021 weiter aus, so wie es auch schon für die leider dann ausgefallene Saison 2020 geplant war. Fast jedes Spielwochenende wird ein Live-Spiel übertragen werden und wir sind Teil der 360o-Plattform von SPORT1. Die Detailpla-nungen zur Produktion der Übertragungen läuft derzeit auf Hochtouren.“

Am Sonntag wurde auch diskutiert, dass einzelne GFL-Standorte aktuell leider unter Personal-druck stehen. Verschiedene Trainer und Spieler wollen sich teilweise sehr kurzfristig von ihren zugesagten Engagements im organisierten Sport in Football-Deutschland abwenden und in dem Projekt European League of Football aktiv werden. Die betroffenen Vereine prüfen derzeit mit Unterstützung der Liga die rechtlichen und sportlichen Konsequenzen.

Geprägt war die Versammlung der GFL- und GFL-2-Vereine von großem Teamgeist. Gemein-sam will man den Weg der Weiterentwicklung der Top-Ligen des deutschen Footballsports wei-tergehen und dabei auch den Widrigkeiten, die eine Saison 2021 nicht zuletzt durch Corona mit sich bringen wird, umsichtig und verantwortungsbewusst Paroli bieten.

Razorbacks verpflichten mit Ryan Deal einen weiteren Quarterback

Mit der Verpflichtung von Ryan Deal lassen die Razorbacks Worten Taten folgen. Im Zuge der Verpflichtung des talentierten, dänischen Quarterback Alexander Bjerre vor wenigen Wochen skizzierte Headcoach Sebastian Fandert schon sein Konzept für die Saison 2021. Neben einem sehr talentierten europäischen Quarterback plante er schon damals mit einem weiteren Topspieler auf dieser Position.

Mit Ryan Deal haben die Oberschwaben nun einen sehr erfahrenen Quarterback gefunden, der seine Karriere an der St. Mary’s Ryken Highschool begann, bevor er 2014 an das West Virginia Wesleyan College in die Division 2 ging. Dort blieb er bis 2018 und spielte drei seiner vier Jahre als Starting Quarterback. In seinem letzten College Jahr wurde er zudem in das Allstar Team der Liga berufen.
Nach seiner Zeit am College spielte Ryan zunächst in Brasilien für die Ceará Caçadores bevor er 2019 in die erste Spanische Liga zu den Osos Rivas wechselte. Nach dem Aus im Viertelfinale um die spanische Meisterschaft kehrte Deal zurück in die USA an seine Highschool und unterstützt dort das Football Programm als Quarterback Coach.

2021 wird Deal zusammen mit Bjerre die Angriffsreihen der Oberschwaben in die GFL1 Saison führen. „Mit zwei sehr guten Quarterbacks haben wir automatisch eine Konkurrenzsituation geschaffen, welche das Beste aus beiden herausholen wird“ ist Headcoach Sebastian Fandert überzeugt. Auch Deal freut sich auf die neue Herausforderung „Ich habe mich von Tag 1 bei den Razorbacks wohl gefühlt und freue mich riesig ein Teil der ‚New kids on the block‘ in der GFL1 zu sein“. Neben seiner Tätigkeit als Spieler in der GFL1 wird Deal sich auch ins Coaching der Nachwuchs-Quarterbacks einbringen. „Auch wenn wir immer wieder Spieler aus Europa und den USA zu uns holen, ist eine wichtige Säule die Ausbildung des lokalen Nachwuchs“ beschreibt der sportliche Leiter Oliver Billstein die Ausrichtung der Oberschwaben.

Deal wird genauso wie die drei dänischen Spieler in den nächsten Tagen in Oberschwaben erwartet und wird nach der verpflichtenden Quarantäne Zeit ins Mannschaftstraining der Razorbacks einsteigen.