Nationalspieler feiert Comeback in Ravensburg

Für die zweite Saisonhälfte schließt sich Wide Receiver Christian Steffani aus Hohenems den Ravensburg Razorbacks an. Dabei ist Steffani kein unbekanntes Gesicht in der Turmstadt. Schon 2010 spielte er eine Saison, zusammen mit seinem Bruder Mike, für die Razorbacks in der Regionalliga.

Christian war damals ein absoluter Glücksgriff für die Razorbacks, galt er doch schon damals als ein absoluter Leistungsträger der österreichischen Nationalmannschaft in der er von 2008 bis 2014 spielte und 2014 Vize-Europameister wurde. Österreich verlor damals bei dem EM im eigenen Land das Finale knapp 30:27 gegen Deutschland.

Damit war aber auch klar, dass er größere Ambitionen als die deutsche Regionalliga hatte. Mit einem kurzen Zwischenstop bei seinem Heimatverein den Cineplexx Blue Devils aus Hohenems wechselte er 2012 zu den Calanda Bronos in die Schweiz.Hier gewann er zweimal den Swissbowl und 2012 sogar den Eurobowl.

Bis vor wenigen Wochen spielte Christian noch für die Cineplexx Blue Devils in der 2.ten Liga Österreichs und verpasste mit seinem Team nur knapp die Teilnahme an den Playoffs. Dass der Kontakt seit 2010 nie abgebrochen war konnte man schon vor Beginn der Saison der Razorbacks erahnen. Schließlich waren es die Kontakte zu den beiden Steffani-Brüdern, die das Vorbereitungsspiel gegen die Cineplexx Blue Devils in Hohenems ermöglichte. Schon damals überzeugte sich Abteilungsleiter Frank Kienzle von der Qualität des ehemaligen Razorbacks. „Christian ist immer noch ein Top-Athlet und hat zudem eine extrem hohe Spielintelligenz“ so Kienzle über den Österreicher.

Natürlich dürfte der aktuelle Erfolg der Razorbacks ein gewichtiges Argument für Steffani für den Wechsel nach Ravensburg gewesen sein. Aber auch das Team hat beim Testspiel und bei seinen Besuchen unter der Saison einen guten Eindruck hinterlassen. „Bei den Razorbacks spürt man sofort den extremen Zusammenhalt. Hier ist wirklich ein Team auf dem Platz und ich wollte ein Teil von diesem Team sein“, so Steffani über seine Eindrücke der Razorbacks. Außerdem begeistert ihn das Trainerteam in Ravensburg. „Eins meiner Ziele ist natürlich gesund zu bleiben und das Team möglichst alle Spiele unterstützen zu können“ definiert Christian seine Ziele für die Saison „aber beim Football kann man immer dazu lernen und ich bin mir sicher dass mich die Coaches in Ravensburg auch hier weiter bringen werden.“

Nach den frühen Ausfällen von insgesamt vier Widereceiver bekommen die Razorbacks damit wieder eine größere Tiefe im Kader für den weiteren Saisonverlauf. „Christian kann mit seiner Athletik und seiner Erfahrung noch extrem wichtig im Kampf um die Meisterschaft werden“ äußert sich Receiver Coach Mario Hines entsprechend. Und dass die Razorbacks diese gewinnen wollen ist nach 9 siegreichen Spielen inzwischen jedem klar.

Razorbacks laden zum Night Game

Heimspiele der Ravensburg Razorbacks sind Family Days und bieten entsprechend ein Event für die ganze Familie.
Damit auch alle Familienmitglieder kommen können, finden die Spiele der Razorbacks im Lindenhofstadion normalerweise Sonntags um 15 Uhr statt. Dass dieses Konzept in Oberschwaben großen Anklang findet, belegen die eindrucksvollen Zuschauerzahlen von über 1200 Zuschauern pro Spiel. Damit sind die Razorbacks auch hier Liga Spitze und auch deutschlandweit unter den Top 10.

Warum also sollte man etwas an dem Konzept verändern? „Bei den Spielen am Sonntag ist das Spielende teilweise erst nach 18 Uhr. Vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern müssen um die Uhrzeit langsam wieder nach Hause.“ erklärt Razorbacks Eventmanager Alexander Seyfried seine Beweggründe für ein Spiel am Samstagabend. „Mit dem einen Samstagabend Spiel wollen wir den Fans die Möglichkeit geben näher an das Team zu rücken und speziell nach dem Spiel mit den Spielern zu reden und etwas zu trinken.“ so Seyfried weiter. Schon letztes Jahr gab es deswegen ein Samstagabend Spiel gegen die Nürnberg Rams und die 1300 Zuschauer waren begeistert.

Dieses Jahr will das Team um Seyfried den Spieltag am 04.08.2018 noch weiter ausbauen und plant um das Spiel der ersten Mannschaft gegen die Gießen Golden Dragons mehrere Highlights. Als Einstimmung auf den Spieltag spielt zunächst ab 13:00 Uhr die 2te Mannschaft der Ravensburger gegen den Tabellenletzten der Bezirksliga die Crailsheimer Titans. Auch wenn das Hinspiel mit 32:12 positiv für die Ravensburger ausging, muss das Team diese Leistung nochmals bestätigen.

Da im Laufe der Saison einige Spieler aus der zweiten Mannschaft den Sprung ins GFL Team der Razorbacks geschafft haben und nicht gegen die Titans zur Verfügung stehen, wird dies definitiv kein Selbstläufer.
Nach dem Spiel werden vor allem die Herzen der Liebhaber von V8 Motoren und amerikanischen Klassikern der 20er Jahre bis heute höherschlagen. Wie bei jedem Spieltag läuten die US-Cars der American Engines Oberschwaben den Spieltag des GFL Teams ein. Dieses Mal haben aber auch die Jungs und Mädels mit den dicken Motoren alles in die Waagschale geworfen und alle Gleichgesinnten von Nah und Fern eingeladen mitzumachen und mit ihnen ins Stadion einzufahren. Erklärtes Ziel ist es, einen Weltrekord für die meisten US Cars und Harleys während eines Footballspiels aufzustellen.

Bei einem Spieltag der Ravensburger darf natürlich auch ein Musikact nicht fehlen. Hierbei setzen die Razorbacks seit Jahren vor allem auf lokale Bands und bieten diesen so eine Bühne. Am 04.08.2018 wird „Slick Rock Circus“ um 17:30 Uhr mit dem musikalischen Rahmenprogramm beginnen und für die richtige Stimmung beim Warm-Up zum Spiel sorgen. Ab 18:30 Uhr starten die Razorbacks schließlich den eigentlichen Countdown zum Kickoff mit einem Auftritt der Dudelsackgruppe „The Original Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers“.

Mit dem Kickoff um 19 Uhr werden die Razorbacks alles dafür geben, die Gießen Golden Dragons zu besiegen und weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze zu bleiben. Die Teams kennen sich aus den letzten Jahren, aber es gab diese Saison noch kein Aufeinandertreffen. Die Golden Dragons stehen aktuell mit 2:12 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, sind aber definitiv nicht zu unterschätzen. Neben einigen sehr engen Spielen sorgten die Dragons vor allem mit dem hart umkämpften Unentschieden gegen den Tabellenzweiten und engsten Verfolger der Razorbacks, die Saarland Hurricanes, für Aufsehen in der Liga. Damit das den Razorbacks nicht passiert, hat Head Coach John Gilligan seine Jungs intensiv auf das Spiel vorbereitet. Außerdem setzen die Oberschwaben auf ihre Fans. Immerhin sind die Razorbacks inzwischen seit mehr als 2 Jahren Zuhause ungeschlagen und somit kommt kein Gegner gern ins Lindenhofstadion. Eventuell fällt auch hier ein Rekord von über 2000 Zuschauern aus dem letzten Jahr.

Unabhängig vom Ergebnis zünden die Razorbacks nach dem Spiel ein großes Feuerwerk und läuten damit das Fanfest ein. Alle Fans sind nach dem Spiel eingeladen, den Kontakt zu den Spielern zu suchen und den ein oder anderen intimen Einblick zu bekommen.

 

 

 

 

 

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)

Razorbacks international – Bericht der SW Times über Tyler Clifton

In den letzten Tagen führte die Southwest Times aus den USA ein Interview mit unserem Spieler Tyler Clifton über seine Zeit in Oberschwaben. Leider sind deutsche User auf der Webseite der Zeitung nicht erlaubt. Netter Weise haben sie uns aber den Artikel zur Verfügung gestellt.

 

 

 


Tyler Clifton is having fun playing football for the Razorbacks. Not the University of Arkansas Razorbacks, however.

Instead, Clifton — a former standout at Sallisaw, Oklahoma — is playing overseas in Germany for the Ravensburg Razorbacks, a team that plays American football in the German Football League 2, which is the second tier of American football played in Germany, just below the German Football League.

The irony of someone from the River Valley ending up in a different continent playing on a team called the Razorbacks isn’t lost on Clifton. „I think it’s pretty unique,“ Clifton said of being a Razorback in Germany. „It’s just really ironic that I would travel halfway across the world to keep playing football and end up playing for a team called the Razorbacks.“

Clifton, who played collegiately at Northeastern Oklahoma A&M and Hendrix College, plays defensive end and linebacker and also is involved in all facets of special teams for the Razorbacks. Through the team’s first seven games, Clifton has registered 25 tackles, five sacks, seven tackles for loss and two pass breakups. He has also forced two fumbles while recovering another.

It isn’t the first time Clifton has been in Europe. He went there two years ago to help run a football camp, which eventually sparked his desire of playing in Europe on the professional level. „I first heard and became interested in playing overseas two summers ago when I traveled to the Czech Republic to teach a football camp,“ Clifton said. „I went with two of my coaches from Hendrix College and they knew a lot about playing overseas, which drew my interest about playing in Europe after I graduated college.“

Even though it is American football on the professional level, Clifton said that in the GFL 2, the game is geared more toward the college style. „Rules over here are the same as college rules back in the States,“ he said. „The way football is played is slightly different due to the popularity of the sport. „Soccer is obviously the favorite sport here, so kids don’t grow up playing football like we do in the States, which can lead to later development of skills.“

But Clifton went on to mention the Razorbacks have drawn fairly good crowds for their games, so there is some definite interest. „I would say our fan support is top 10 in all of Europe according to fan attendance,“ he said. „We average about 1,500 people every home game, which makes for a great crowd and atmosphere to play in.“ Clifton also isn’t the only American player on the Razorback roster. „There are a handful of Americans on my team; there are only a handful due to the rules of the GFL,“ Clifton said. „Only two Americans can be on the field at the same time and the rest are either from Germany or Europe. „I cannot express how welcoming and friendly my teammates from Germany have been. They have made my experience in Germany awesome to say the least.“

Likewise, Clifton’s coaches are also a combination of Americans and Europeans. „Our coaching staff is mixed,“ Clifton said. „Our OC (offensive coordinator) and head coach are American and coached college and high school football in the States for most of their lives.“ In the GFL 2, the Razorbacks are one of 16 teams, all from Germany, and the team plays in the South Division. Clifton said the team plays 14 games altogether, meaning they play each team in their division twice.

The Razorbacks currently lead the South Division with a 7-0 record. They have scored at least 40 points in six of their wins. „In my opinion, our league is one of the top three leagues in all of Europe,“ Clifton said. „Our season will run until September. … If we win the GFL 2 South, then we would qualify for a playoff game against the worst team out of the GFL 1 South to have a chance to jump to the first league in Germany.“

Clifton said his best game thus far was the Razorbacks‘ second game of the season. He had two sacks, four tackles, one tackle for loss and a caused fumble in their 55-28 win against the Albershausen Crusaders.

Naturally, by playing overseas in another continent, Clifton did experience the inevitable culture shock. „Culture is different for sure,“ Clifton said. „For starters, what kind of food they eat is different. Breakfast in Germany doesn’t usually consist of biscuits and gravy, it consists of some type of bread, a sauce and some sort of sliced meat. „There’s not very many big things that shocked me, it was more of the little things. Little things like how everything shuts down at 10 p.m. Grocery stores are also closed on Sundays.“

Being overseas has also given Clifton a chance to further explore his new surroundings. „I’ve been to some bigger German cities, and have been to some places in the Alps in Austria,“ he said. „I’ve been to France. „What I’ve liked about Europe so far would be the history of everything and the new food. There is a lot of old history in Germany and Europe altogether.“

Clifton added his family was recently able to come to Germany to watch him in action. „They loved it,“ he said. „My parents (Billy and Carla) and sister (Misty Clifton) just came this past week and really enjoyed their time here. I’m really glad they could come and support me.“ As far as Clifton’s plans beyond this season, he said he is unsure of whether he will return to Germany or not. But regardless of his future, Clifton is undoubtedly enjoying his time in Ravensburg.

„I’m not really sure what my offseason plans are just yet,“ Clifton said. „I would love to play another year in Europe if given the opportunity, especially for Ravensburg.

„It has been nothing but great here.“

 

Quelle: swtimes.com

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)

Erstklassig in der GFL2

Was war das für ein klare GFL2 Saison 2018. Im April wurde schon propagiert, dass die Saarland Hurricanes direkt wieder in die GFL1 aufsteigen und eigentlich maximal noch die Nürnberg Rams als Konkurrenten fürchten müssen. In ihrem Selbstverständnis sind die Hurricanes ja nur ein GFL1 Team zu Gast in der GFL2. Als Absteiger wurden zudem frühzeitig die Albershausen Crusaders und die Wiesbadener Phantoms gehandelt, die nach den Schwierigkeiten im letzten Jahr vermehrt auf die eigene Jugend setzen wollten. Die Ravensburg Razorbacks wurden in den einschlägigen Foren und Medien meist entweder vergessen oder irgendwo im Mittelfeld gesehen.

Nach dem ersten Spieltag der Razorbacks und dem knappen 24:21 Sieg gegen den vermeintlich leichten Gegner, die Straubing Spiders, sahen sich viele in ihrer Einschätzung schon bestätigt. Dass der Aufsteiger aus der Regionalliga nicht zu unterschätzen ist, zeigte sich aber schnell im weiteren Saisonverlauf und so stehen die Spiders aktuell auf dem dritten Tabellenplatz.
Die Razorbacks hatten aber nach dem ersten Spieltag zunächst einmal drei Wochen spielfrei und die Aufstiegsaspiranten Rams und Hurricanes gaben sich bei ihren Spielen keine Blöße. Einzig der 28:15 Erfolg der Rams gegen die Hurricanes überraschte und es schien, als ob die klare Meisterschaft zum Glück doch spannend werden könnte.

Im zweiten Spiel der Razorbacks kam es zum ersten Ausrufezeichen aus Oberschwaben, als die Ravensburger in einer Halbzeit 51 Punkte erzielten und das im dritten Quarter wegen Blitzschlag abgebrochene Spiel gegen die Albershausen Crusaders klar mit 55:28 gewinnen konnten. Aber wir erinnern uns: Albershausen war ja auch ein Abstiegskandidat. Also kein Grund die Prognose von vor der Saison zu überdenken.

Erst mit dem Spiel in Nürnberg wurde die Liga auf das südlichste Team der GFL2 aufmerksam. Mit 49:29 zeigten die Razorbacks den Rams ganz klar ihre Grenzen auf und sorgten damit im Saarland für Hochstimmung. Hatte doch damit deren direkter Verfolger Federn lassen müssen.

Die Razorbacks interessierten die Meisterschaftsspekulationen nicht weiter. Sie konzentrierten sich lieber auf die zwei anstehenden Auswärtsspiele in Wiesbaden und Montabaur. Aufgrund der weiten Anfahrten und dem fehlenden Heimpublikum waren das zwei große Herausforderungen die es zu meistern galt.
Doch die Jungs aus Oberschwaben schafften auch diese Aufgaben. Gegen Wiesbaden konnte man 48:36 gewinnen und stand auf einmal mit vier Siegen aus vier Spielen an der Tabellenspitze.

Das machte das Spiel am darauffolgenden Wochenende neben der langen Anfahrt auch mental zu einer großen Herausforderung. Als ungeschlagener Tabellenführer gegen den sieglosen Tabellenletzten Montabaur zu spielen erfordert vor allem viel Disziplin in der Vorbereitung. Zu leicht kann man in solch einer Situation den Fokus verlieren und auch gegen einen vermeintlich leichten Gegner verlieren. In Montabaur wollten die Ravensburger zudem ihrem überragenden Runningback Malik Norman eine Auszeit gönnen. Mit 200 Yards pro Spiel fühlte er sich ausgelaugt und die Razorbacks wollten ihm die notwendige Regenration geben. Außerdem wollten die Coaches zeigen, dass das Team auch ohne Malik eine brandgefährliche Offense besitzt. Wurde doch nach dem Spiel in Nürnberg behauptet er alleine hätte die Rams geschlagen. Und es gelang. Die Razorbacks gewannen 49:20 gegen Montabaur und gingen mit fünf Siegen in die Vorbereitung für das Spitzenspiel gegen die Nürnberg Rams.

Das Rückspiel gegen die Nürnberg Rams im Lindenhofstadion sollte dann auch in die Geschichte eingehen. In einem wahren Offensivspektakel von knapp vier Stunden schenkten beide Teams sich nichts. Sogar die GFL schickte noch während dem Spiel eine Suchmeldung nach den Defensivreihen der beiden Mannschaften über ihre Social Media Kanäle. Am Ende eines knappen und hochspannenden Spiels stand es 78:70 für die Razorbacks. 148 Punkte in einem Spiel gab es seit Bestehen der GFL noch nie.

Entsprechend gefeiert wurde das Spiel in den Medien. Und die Razorbacks konnten zurecht stolz sein auf diesen mit einer gigantischen Teamleistung erzielten Sieg. Zudem war man nun natürlich weiterhin ungeschlagen und mit sechs Siegen an der Tabellenspitze. Wer hätte damit rechnen können?! Da zudem die Hurricanes ihr Spiel gegen den Aufsteiger aus Straubing verloren hatten und es gegen die Gießen Golden Dragons nur zu einem 6:6 Unentschieden reichte, war auch der Abstand zu den Verfolgern entsprechend schon etwas angewachsen. Trotz der ganzen Euphorie wurde in Ravensburg nicht an die mögliche Meisterschaft sondern ausschließlich an das nächste Spiel gedacht.

Und so kamen am darauffolgenden Wochenende die Fighting Farmers aus Montabaur zum Rückspiel nach Ravensburg. Auch wenn die kämpfenden Bauern immer noch kein Spiel gewinnen konnten, wussten die Razorbacks aus dem Hinspiel, dass man sich keine Fehler leisten durfte. Vor allem die Defense wollte natürlich nach den 70 Punkten der Rams beweisen, dass das nur ein Ausrutscher gewesen war. In der ersten Halbzeit zeigten die Razorbacks auch, warum sie inzwischen als Meisterschaftskandidat gehandelt wurden. Mit 34:0 ging es in die Halbzeitpause. Aber mit Beginn der zweiten Halbzeit passierte das, wovor die Coaches um Headcoach Gilligan immer gewarnt hatten: Das Team verlor kurzzeitig den Fokus. Und so stand es sehr schnell 34:13. Zum Glück konnte das Team sich zurück in die Partie kämpfen und gewann schlussendlich verdient mit 40:13.

Als letztes Spiel vor der dreiwöchigen Sommerpause sieben Tage später kamen die Phantoms aus Wiesbaden nach Oberschwaben. Nach sieben intensiven Spielen sehnten sich die Spieler nach der Pause und so lag das größte Augenmerk des Trainerteams in den Trainingseinheiten vor dem Spiel vor allem in der nötigen Spannung und dem Fokus auf die wesentlichen Kleinigkeiten. Nach dem Sieg im Hinspiel hatten die Phantoms in Wiesbaden vor allem zwei Kickoff Return Touchdowns der Razorbacks als siegbringenden Unterschied ausgemacht. Entsprechend rechneten sie sich eine realistische Siegchance aus. Vor erneut über 1000 Zuschauern im Lindenhofstadion zeigten die Razorbacks jedoch schnell, dass es weit mehr als die Special Teams sind, was die aktuelle Dominanz der Razorbacks ausmacht. Mit jeweils mehr als 250 Yards durch die Luft und am Boden zeigte sich die Offense sehr vielseitig und auch die Defense kontrollierte den Angriff der Phantoms. So stand es am Ende 47:21 und die Razorbacks hatten ihren achten Saisonsieg eingefahren.

Da stehen sie nun. Wer hätte das vor der Saison gedacht. Natürlich ist gerade einmal die knapp über die Hälfte der Saison gespielt und es stehen mit den Saarland Hurricanes und den Gießen Golden Dragons noch zwei unbekannte Gegner mit jeweils zwei Spielen an. Aber die Razorbacks können dennoch mit Stolz auf die erste Hälfte der GFL2 Saison zurückblicken. Ungeschlagener Tabellenführer der GFL2 Süd. Zudem ein erstklassiges Team im Hintergrund, dass jeden Heimspieltag zu einem riesen Event macht und so mit 1300 Zuschauern im Schnitt die Auswertung in der GFL2 mit Abstand anführt.

Jetzt gilt es den Fokus nicht zu verlieren und weiterhin von Spiel zu Spiel zu denken. Das erste Ziel der Saison wurde mit dem frühzeitigen Klassenerhalt erreicht. Jetzt kommt die Kür und die bringt erfahrungsgemäß noch einige neue Herausforderungen. Die Ravensburg Razorbacks sind sich aber sicher: Mit diesem Team, dieser Mannschaft und diesem Publikum ist noch vieles möglich.

One Team – One Target- We are Razorbacks.

Fotos: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)